Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
- Über die Schnittstelle von ChatGPT, Claude, Gemini und Perplexity stimmten 33 von 258 genannten Prämienbeträgen (15.10.) und 36 von 268 (22.10.).
- In 366 von 624 Prämien- und Wechselfragen nennt die KI keinen Betrag für die gefragte Variante, oft mit offenem Hinweis und Verweis auf priminfo.admin.ch.
- Den 30. November als Kündigungstermin nennen alle 104 Antworten auf die Fristfrage.
- Am 27. und 29. Oktober lagen über die Schnittstellen vier von fünf genannten Beträgen daneben, im KI-Modus von Google fast drei von vier, in der Gemini-App zwei von drei. Selbst die ChatGPT-App lag bei jedem sechsten daneben.
- Die Antworten lassen sich beeinflussen: Wer Inhalte gezielt für KI aufbereitet, wird häufiger zitiert. In der Antwort ist das nirgends gekennzeichnet.
Ergebnisse
Liegt ein genannter Betrag für die Standardprämie daneben, weicht er im Median um rund 550 bis 650 Franken im Jahr ab. Gefragt nach der günstigsten Kasse, nennen nur 101 von 312 Antworten die laut BAG günstigste Kasse am Ort; nennt die KI eine andere, zahlt man dort im Median rund 110 bis 145 Franken pro Jahr mehr. Bei 30 falschen Beträgen war die Zahl richtig, aber aus einem anderen Kanton.
Die Unterschiede zwischen Anbietern und Zugängen sind gross. Auch die meisten neuesten Modelle lagen über die Schnittstelle daneben, mit zwei Ausnahmen. Die Zahlen gelten je System und Zugang; der Bericht weist sie einzeln aus.
Messung vom 27. und 29. Oktober
An zwei weiteren Messtagen haben wir die drei grössten Kassen jedes Kantons geprüft, bei denen 53 Prozent der Versicherten sind, über Schnittstelle und Apps, mit einer Fach- und einer Alltagsfrage, insgesamt 2'089 Antworten. Das ist keine Umfrage.
Von 1'363 genannten Beträgen stimmten 939 nicht, und das mit eingeschalteter Websuche: 935 der 939 falschen Beträge kamen mit Quellenangabe aus dem Netz. Über die Schnittstellen lagen vier von fünf daneben (705 von 861), im KI-Modus von Google fast drei von vier (87 von 120), in der Gemini-App zwei von drei (113 von 163). Selbst die beste getestete Variante, die ChatGPT-App, die bei Prämienfragen von selbst im Netz sucht, lag bei rund jedem sechsten Betrag daneben (34 von 219). Das Ergebnis gilt für die Kassen, bei denen gut die Hälfte der Versicherten ist: Auch nach Versichertenbestand gewichtet lagen über alle Zugänge knapp zwei von drei genannten Beträgen daneben. Bei derselben Frage wie am 15. Oktober, der Standardprämie der grössten Kasse, stimmte über die Schnittstelle wieder nur etwa jeder achte Betrag (18 von 141).
Die Antworten lassen sich beeinflussen
KI-Systeme bauen ihre Antworten aus Inhalten, die sie im Netz finden: 1'348 von 1'352 Antworten nennen Quellen, am häufigsten Vergleichsportale. Wer seine Inhalte gezielt für KI-Systeme aufbereitet, wird häufiger zitiert. Das belegt die Forschung, etwa die Studie "GEO: Generative Engine Optimization" (KDD 2024), und es ist ein bezahltes Geschäft, das auch Agenturen wie wir anbieten; bezahlt wird dabei nicht der KI-Anbieter. In der Antwort ist das nirgends gekennzeichnet: Ob eine Quelle gezielt für KI aufbereitet wurde, sieht die fragende Person nicht. Davon zu unterscheiden sind Anzeigen, in der Schweiz bisher vor allem in ChatGPT; sie sind als Anzeige gekennzeichnet. Hinweise auf bezahlte Platzierungen in den Prämienantworten fanden sich keine.
Ob eine Kasse oder ein Portal gezielt auf die Antworten zu Prämien hinarbeitet, haben wir nicht untersucht.
Was Versicherte tun sollten
Wer bis 30. November die Kasse wechseln will, rechnet die eigene Prämie auf priminfo.admin.ch nach. Eine KI kann beim Verstehen helfen, etwa bei Franchise, Modellen und Fristen. Für den Betrag ist der amtliche Rechner massgebend.
Methode und Grenzen
Abfrage über die Programmierschnittstellen mit eingeschalteter Websuche, mit den Standardmodellen gpt-5.4-mini (ChatGPT), Claude Haiku 5.5, Gemini 3.6 Flash und Perplexity Sonar, sowie in den Apps von ChatGPT und Gemini und im KI-Modus von Google. Musterpersonen je Kantonshauptort mit Ort, Alter, Franchise, Unfall und Versicherungsmodell, damit jede Antwort eindeutig prüfbar ist. Massstab sind die BAG-Prämien 2027 der Prämienregion des Hauptorts. Als richtig gilt ein Betrag, der höchstens 10 Rappen vom BAG-Wert abweicht, oder der Betrag nach Abzug der Rückverteilung der Umweltabgaben (4.75 Franken im Monat), wie ihn viele Vergleichsportale ausweisen. Die Antworten wurden KI-gestützt erfasst, jeder Betrag mit Code gegen die BAG-Daten geprüft und mit einer regelbasierten Gegenprüfung ohne KI verglichen.
Grenzen: KI-Antworten schwanken von Tag zu Tag; darum mehrere Messtage. Die Modellversion der Apps ist von aussen nicht einsehbar. Gefragt wurde präzise; viele Versicherte fragen weniger genau und sind in alternativen Modellen. Alle Grenzen stehen im Bericht, Kapitel 11.
Häufige Fragen
Was wurde gemessen?
Wir haben ChatGPT, Claude, Gemini und Perplexity in den Hauptorten aller 26 Kantone gefragt, was die Grundversicherung 2027 kostet, welche Kasse am günstigsten ist, was ein Wechsel spart und bis wann man kündigen muss. Jede Antwort wurde gegen die amtlichen Prämien des BAG geprüft, in Deutsch, Französisch und Italienisch, am 15. und 22. Oktober mit je 1'352 Antworten. Am 27. und 29. Oktober folgte eine grössere Messung zur Prämie der drei grössten Kassen jedes Kantons, auch in den Apps, mit 2'089 Antworten.
Wie oft stimmt die genannte Prämie?
Über die Schnittstelle stimmten am 15. Oktober 33 von 258 genannten Beträgen, am 22. Oktober 36 von 268, also etwa jeder achte. Bei der Standardprämie weicht ein falscher Betrag im Median um rund 550 bis 650 Franken im Jahr ab, je nach Messtag und Zugang.
Nennt die KI nicht oft gar keinen Betrag?
Ja. In 366 von 624 Prämien- und Wechselfragen nannte sie am 15. Oktober keinen Betrag für die gefragte Variante, in 274 davon sagt sie offen, dass sie den genauen Wert nicht kennt, oft mit Verweis auf priminfo.admin.ch. Das ist die vorsichtige Reaktion. Das Problem sind die Beträge, die sie trotzdem nennt.
Sind alle KI-Systeme gleich?
Nein, aber keines ist verlässlich. Am 27. und 29. Oktober lagen über die Schnittstellen 705 von 861 genannten Beträgen daneben, im KI-Modus von Google 87 von 120, in der Gemini-App 113 von 163. Am besten schnitt die ChatGPT-App ab, die bei Prämienfragen von selbst im Netz sucht; auch sie lag bei 34 von 219 Beträgen daneben.
Ist die Studie repräsentativ?
Repräsentativ im Sinn einer Umfrage ist ein solcher Test nie. Die Messung vom 27. und 29. Oktober deckt die drei grössten Kassen jedes Kantons ab, bei denen 53 Prozent der Versicherten sind, über Schnittstelle und Apps, mit 2'089 Antworten. Bei derselben Frage wie am 15. Oktober stimmte über die Schnittstelle wieder etwa jeder achte Betrag (18 von 141).
Lassen sich KI-Antworten beeinflussen?
Ja. Wer Inhalte gezielt für KI-Systeme aufbereitet, wird häufiger zitiert; das belegt die Forschung, und es ist ein bezahltes Geschäft, das auch Agenturen wie wir anbieten. In der Antwort ist das nirgends gekennzeichnet. Davon zu unterscheiden sind gekennzeichnete Anzeigen, in der Schweiz bisher vor allem in ChatGPT. Hinweise auf bezahlte Platzierungen in den Prämienantworten fanden sich keine. Ob eine Kasse oder ein Portal gezielt auf die Antworten zu Prämien hinarbeitet, haben wir nicht untersucht.
Was sollen Versicherte tun?
Die eigene Prämie auf priminfo.admin.ch nachrechnen, bevor man bis 30. November kündigt. Eine KI kann beim Verstehen helfen, für den Betrag ist der amtliche Rechner massgebend.
Wer steht hinter der Studie?
The Zone Media GmbH, Luzern, eine Agentur für Google Ads, SEO und Sichtbarkeit in KI-Antworten. Sie ist Google Partner und schaltet für Kunden Werbung, unter anderem bei Google und in ChatGPT. Wir verkaufen und vermitteln keine Versicherungen; Krankenkassen und Vergleichsportale sind keine Kunden. Niemand hat die Studie bezahlt oder beauftragt.
Bericht, Rohdaten und Medienkontakt
Bericht als PDF herunterladen. Alle Antworten im Wortlaut stellen wir Redaktionen und Forschenden zur Nachprüfung zur Verfügung.
Offenlegung: The Zone Media ist eine Agentur für Google Ads, SEO und Sichtbarkeit in KI-Antworten. Sie ist Google Partner und schaltet für Kunden Werbung, unter anderem bei Google und in ChatGPT. Wir verkaufen und vermitteln keine Versicherungen; Krankenkassen und Vergleichsportale sind keine Kunden. Keine Kasse und kein KI-Anbieter hat die Studie bezahlt, beauftragt oder beeinflusst.
Medienkontakt: Jeremy Joel León, jeremy@thezone.ch, 041 562 03 27
Jeremy Joel León